Der dritte Tag

Über die letzte Nacht muss man nicht reden, komme mir vor wie ein Zombie. Die Unstimmigkeiten in mit meinem pappenheimer is zusätzlich belastend. Fuck man, warum kann ich nicht so ein gefühlsarmes Arschloch sein wie andere. Würde wahrscheinlich alles einfacher machen. Aber ist es das Wert um nicht selbst verletzt zu werden die Menschlichkeit zu verlieren oder erst gar nicht besessen zu haben? Ohne Kaffe wäre ich zumindest heute gar nicht in die Gänge gekommen und ich war erleichtert das ich vier Stunden eher Feierabend machen konnte. Fühle mich leer, einsam und bin völlig im Arsch. Aber der Kopf hält mich so auf Trab das schlafen gerade nicht drin ist. Wie gerne würde ich mir jetzt ne Tüte fertig mache und gut is. Am schlimmsten ist die Appetitlosigkeit durch die doppelte Belastung. Irgendwann hat man dann den Punkt der ständigen Übelkeit erreicht. Arbeite im Imbiss, die Gerüche machen das nicht besser. Kein Plan wie ich den Abend alleine um bekommen soll. Zum schreiben fehlt aber auch die Motivation.

27.7.16 20:26, kommentieren

Der zweite Tag #1

Das es in meiner Beziehung nicht so gut läuft erwähnte ich ja bereits. Heute bleibt er mal wieder Zuhause. Was ja nicht weiter schlimm ist eigentlich. Allerdings nicht wenn ich schon wieder seit zwei Wochen um körperliche Zuneigung betteln muss. Meine Nachricht, habe eine Riesen Lust auf dich hätte ich mir besser gespart. Man Ey gerade jetzt wo ich seine Nähe usw echt brauche. Da ist er der erste Moment wo ich am liebsten wieder alles wieder hin werfen möchte. Was zu bekommen ist eine Kleinigkeit. Diese leere ist echt zum Kotzen. Vor allem wenn man dann noch gesagt bekommt, dann such dir einen der dich jeden Tag vögelt. Warum ist die Menschheit so egoistisch. Fühle mich echt falsch auf diesem Planeten. Frage mich immer wie kalt man sein muss um so mit anderen um zu gehen. Und dabei bin ich ein Mensch der nicht wirklich viel verlangt und echt genügsam ist in jeder Hinsicht. Wie es jetzt weiter geht keine Ahnung, das ist der jetzt gerade Zustand.

26.7.16 19:57, kommentieren

Der zweite Tag

Die Nacht war die reinste Katastrophe. Es war glaube ich vier als ich endlich vernünftig eingeschlafen bin. Nur gut das ich mich immer wieder an meinen Schnarchbär kuscheln konnte wenn ich mal wieder wach wurde. Fühlte mich heute morgen dementsprechend gerädert und dann noch ohne Kaffee. Sonst hält sich noch alles im Rahmen außer das ich mehr Zigaretten rauche wie sonst. Auf Arbeit ist es voll tot was nicht dazu beiträgt den Kopf frei zu bekommen. Und irgendwie kann ich mit mir selbst nichts anfangen. Wäre jetzt nicht böse drum wenn dieser Tag einfach schon vorbei wäre.

26.7.16 17:07, kommentieren

Der erste Tag #1

Wie ich es bereits erwartet habe, hell wach. Und meine bessere Hälfte schnarcht vor sich hin :-D Bin aber froh das er da ist eigentlich habe ich mit ihm heute nicht gerechnet. Die Erleichterung war groß als er mir schrieb das er gleich kommt. Gegessen hatte er auch noch nicht so hatte ich wenigstens was zu tun ohne mich tot zu schwitzen. Stell mal einer endlich dieses Wetter ab. Saunieren kann man sich zumindest sparen. Nachteil, mein Kreislauf findet es nicht prickelnd draußen zu arbeiten. Genug zu tun hätte ich ja. Muss mir auf jeden Fall keine Sorgen darüber machen was ich machen könnte. Ich glaube dann wäre das ganze zum scheitern verurteilt. Wenn mein Schnarchbär nur noch etwas mehr auf mich ein gehen würde. Da ist sie wieder, die Zwickmühle. Sag ich was werde ich vielleicht nicht für voll genommen oder es wird nicht wirklich registriert. Ene Ohrfeige die ich nicht gebrauchen könnte. Sage ich nichts, stehe ich im Grunde alleine mit dem Berg da. Gut außer zwei Freunde die ich eingeweiht habe. Aber das ist was anderes wie die Schulter und Aufmerksamkeit des Partners. Vielleicht ahnt er auch was. Als er mich heute zum einkaufen abholte musterte er mich immer wieder. Und heute Abend war es auch irgendwie anders. Und das hängt nicht damit zusammen das ich nicht gekifft habe und mir das nur einbilde. Nun gut es sollte eigentlich auch auffallen das keine Kifferuntensilien mehr da sind, das Haus nicht nach Gras riecht wenn man rein kommt und ich nicht wie ein frisch geficktes Eichhörnchen um die Augen aussehe. Da er aber nicht gerade der aufmerksamste Mensch ist war ich jetzt nicht davon überzeugt ob ihm was auffällt. Im großen und ganzen habe ich den Tag aber gut um bekommen. Hoffe das mir auf der Arbeit diese Woche keine Fehler passieren wegen eventueller Unkonzentriertheit, Schlafmangel oder so. Ich wünsche allen eine gute Nacht.

3 Kommentare 25.7.16 23:19, kommentieren

Der erste Tag

Es ist getan, der Termin ist gemacht. Am 3.8 geht's zur Beratungsstelle. Der gute Mann war sehr nett und wir hatten ein relativ langes Gespräch. Trotzdem ist es nach wie vor gewöhnungsbedürftig sich an fremde zu wenden. Nicht aus Scham oder so. Einfach aus dem gewohnten Umfeld raus treten zu müssen. Es ist schwer sich ab zu lenken vor allem wenn man frei hat. Das sieht die restliche Woche anders aus. Da komme ich tagsüber nicht groß dazu einen Gedanken daran zu verschwenden kiffen zu wollen. Abends wird es dann schwierig nach Feierabend. Und erst recht wenn ich dann alleine bin weil meine bessere Hälfte Zuhause bleibt oder einfach spät kommt. Es ist schon eine Art Kontrolle für mich wenn er da ist. Die Selbstdisziplin zu wahren ist dann einfacher. Die kommende Nacht wird spannend, schlafen wird da wohl eher weniger drin sein und erst recht wenn keiner da ist. Das schlimme ist zu wissen das dieser Zustand ca 6-8 Wochen anhält. Werde mir noch einen schönen Cocktail aus verschiedenen Bachblüten zusammen stellen um alles etwas zu mildern. Schon makaber auf pflanzliche Wirkstoffe zurück zugreifen um die Nebenwirkungen der anderen auf zu heben. Zucker habe ich auch von meinem Speiseplan gestrichen. Da das Gehirn gerne Suchtverlagerung betreibt und ich eh nicht das Püppchen bin, sollte das kein Ersatz werden. Und wie schnell ist man in der Zucker Falle drin ohne es zu merken. Boa und ohne meinen Kaffe morgens voll der Absturz. Das war der erste krasse Einschnitt in meine Gewohnheiten auf meine zwei Tassen Kaffee morgens zu verzichten. Mein Frühstück bestand aus kalten Tee und Zigarette. Jetzt nicht unbedingt das gesündeste aber besser wie Kaffee und Tüte. Alles andere wird sich mit der zeit finden. Denn wenn es mit dem schlafen wieder klappt trinke ich auch wieder Kaffee.

25.7.16 15:52, kommentieren

Neue Wege

Es ist ein komisches Gefühl sich an fremde Leute zu wenden. Habe mir gerade die Telefonnummer der Sucht Beratungsstelle raus gesucht und fest vor genommen da morgen an zu rufen. Auch um eine Selbsthilfegruppen werde ich mich kümmern. Meinem Partner habe ich es auch heute nicht gesagt was ich vor habe. Meine Angst ist groß das er mich nicht für voll nimmt. Gerade er weis wie schwer der Weg aus einer Sucht ist. Denn seit drei Jahren ist er trockener Alkoholiker. Und ich glaube das er meint ich sehe nicht ein das ich ein Suchtproblem habe. Das sehe ich ein, nur ist es gar nicht so einfach dazu zu stehen. Und erst recht nicht wenn dein Partner eh nicht der Mensch ist mit dem du groß reden kannst. Im Moment denke ich das ich es erst mal für mich behalte. Bevor man mir das Gefühl gibt das schaffst du eh nicht oder sich vielleicht darüber lustig macht versuche ich es lieber alleine mit den dementsprechenden Stellen als Unterstützung. Stehe gerade vor einem riesigen Berg über den ich rüber klettern muss. Eigentlich bin ich ein Mensch der sich nicht verunsichern lässt. Doch genau das bin ich. Ist das doch meine gößte Schwäche in meinem Leben. Zusätzlich die Angst davor meinen Partner zu verlieren macht das Päckchen noch schwerer. Aber genau deswegen muss das funktionieren, andere haben es auch geschafft. Und das von Substanzen die auch noch schwer körperlich abhängig machen. Mein einziger Wunsch ist es dieses Kapitel endlich an Nagel hängen zu können. Egal wie! Es bestimmt zwar nicht mein Leben so wie bei einem Heroin abhängigen aber habe ich dadurch immer wieder Dinge verloren die mir wichtig waren oder am Herzen gelegen haben. Genau das muss aufhören.

17 Kommentare 25.7.16 00:12, kommentieren

Die Vorgeschichte

Vor 28 Jahren habe ich das erste mal gekifft und das ist bis auf eine zweijährige Unterbrechung auch so geblieben. Mein enger Freundeskreis akzeptiert das weil sie mich nicht anders kennen. Beruflich hat es mir auch nie im Weg gestanden. Aber es hat einige Beziehungen zerstört. Für mich war es so das ich immer gesagt habe, wenn dich das stört dann geh du hast mich so kennen gelernt. Das man damit eigentlich die Sucht über die Partnerschaft stellt sieht man einfach nicht. Jetzt bin ich fast 43 Jahre alt, habe einen Partner der zwar nicht einfach ist aber den ich an meiner Seite behalten möchte. Er sagt zwar das es ihn nicht stört aber ich weis das dies nicht die Wahrheit ist. Außerdem stellt sich die Frage, will man als Rentner noch am Joint nuckeln? Der Gesellschaftliche Außenseiter zu sein, da habe ich mich dran gewöhnt. Es stört mich auch nicht wirklich. Aber ein Stück weit Normalität wünsche ich mir schon. Aus diesem Gründe habe ich beschlossen clean zu werden. Ein mit Sicherheit nicht einfacher Weg nach so länger Zeit. Mit meinem Partner drüber sprechen, klar muss sein. Wird er doch auch die Auswirkungen zu spüren bekommen vor allem in der ersten Phase. Ich hoffe das nach fünf Tagen die Schweißausbrüche und Übelkeit nach lassen. Was das schlafen angeht wird es mit Sicherheit länger dauern bis sich das ohne Drogen eingependelt hat. Deshalb werde ich die erste Zeit auch gänzlich auf Kaffe usw verzichten. Auch andere Gewohnheiten muss ich unbedingt umstellen um nicht in eine Sucht Verlagerung rein zu rutschen. Heute wird das Haus von Alkohol geräumt und alle Kiffer Utensilien werden entsorgt. Dieser Blog ist eine reine Selbsthilfe und vielleicht motiviert es auch andere dazu diesen Weg zu gehen.

24.7.16 14:25, kommentieren